MELOS (also die Musik Gottfried von Einems) und LOGOS (die Wissenschaften) in einem frühsommerlichen Fest zu vereinen, bildete 2011 den Ausgangspunkt für Lotte Ingrisch, die Initiative als eine Veranstaltung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Institut für Kulturwissenschaften, IKT) zu initiieren.
Insbesondere dank der federführenden Unterstützung durch Frau Dr.in Elisabeth Großegger (Stellvertreterin des Direktors des IKT in den Jahren 2009-2021), welche das unverwechselbare und mittlerweile international bekannte und ausstrahlende Format seit der Stunde Null bis heute betreut und organisiert, konnte aus der initialen Idee eine Tradition entstehen, die Oberdürnbach jährlich aufs Neue zu einem Zentrum der zeitgenössischen Komposition und Spitzenforschung macht.
Unter diesem Aspekt sei beispielsweise auf den 13. Juni 2015 hingewiesen, an dem Lotte Ingrisch Seite an Seite mit dem späteren Nobelpreisträger und damaligen Präsidenten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Anton Zeilinger, trans- und interdisziplinär den "Quanten auf den Zahn fühlte", um in dieser Wortwahl auch den mitunter tiefgründig humorvollen Ton dieser speziellen Veranstaltung zu würdigen.
Zu einer optischen Signation und spannenden Konstante des Festivals wurde auch das Grafikdesign der jährlichen Plakate und Programmfolder, gestaltet von Andrea Traxler, der es in unvergleichlicher Weise unter Verwendung der Scherenschnitte aus dem Zyklus Waldviertler Lieder von Liane Presich-Petuelli (1925-2020) gegeben ist, den Geist der Veranstaltungsreihe grafisch zu vergegenwärtigen. Im Rahmen des Gottfried von Einem Festes 2012 waren alle acht Scherenschnitte zudem in Oberdürnbach ausgestellt. Auch eines der "Componierzettelchen" von Gottfried von Einem wurde zu einer wiederkehrenden optischen Konstante.
Musikalisch bereicherte in den letzten Jahren (ab 2018 sowie verstärkt von 2021 bis 2025) mit Robert Lehrbaumer ein Zeitzeuge die Idee von Melos und Logos, der 1998 die Sieben Portraits op. 109 von Gottfried von Einem im Wiener Musikverein zur Uraufführung brachte.
Der anlässlich des 100. Geburtstages von Gottfried von Einem ab 2018 mit Mittel des Landes Niederösterreich, der Gottfried von Einem Musik-Privatstiftung und der Internationalen Gottfried von Einem und Lotte Ingrisch Gesellschaft renovierte Sommersitz des Künstlerehepaares (zugleich Sterbehaus des Komponisten) bietet seit 2024 bzw. inkl. Terrasse ab 2025 den namhaften internationalen Gästen wie Ausführenden von Melos und Logos stimmigen Raum zur Begegnung.
Das unter dem wiederkehrenden Ehrenschutz von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (bzw. zuvor Dr. Erwin Pröll) und den Wiener Philharmonikern stehende Festival dankt an dieser Stelle all seinen Teilnehmerinnen, Gästen, Sponsoren und Unterstützerinnen, wie der Stadtgemeinde Maissau, und lädt herzlich zur fortgeführten anregenden Auseinandersetzung mit Kunst, Kultur und Wissenschaft an der Schwelle zum Morgen ein.












